Alexanders Weblog

just another wwF-weblog

Archiv für Oktober, 2008

Niamey und Glasfaser

Tja, seit zwei Wochen kein Eintrag mehr. Es tut mir leid, aber es ist zumindest nicht nur meine Schuld! Man munkelt, die Stadt rüstet auf Glasfaserkabel um. Leider scheint das erhebliche Schwierigkeiten für die Internet-Cafés mit sich zu bringen, bei denen schon allein die Internetbereitstellung noch nicht wieder gewährleiset ist. Aber wenn das dann passiert ist, soll es eine schnellere und vor allem zuverlässigere Verbindung geben… Man darf also gespannt sein.
Nun ja, das Problem für mich konkret liegt beim Amandine, meinem lieblings Wlan-Libanesen-Restaurant, dass mit oben beschriebenen Problemen zu kämpfen hat und dem allmählich die Kunden ausbleiben… Hier und dort wird also spätetens wieder mehr los sein, wenn man da wieder surfen kann. hehe. Oder, wenn wir mal wieder im Hotel Gaweye am Pool rumhängen sollten, um uns von dem anstrengenden Arbeitsalltag zu entspannen! :)  So lange bitte ich um ein wenig Geduld – Sie sagen zumindest, es komme innerhalb der nächsten Tage zurück^^
Emails empfange ich trotzdem und jeder Zeit, dank meines Handy, auch weiterhin schön zu Hause auf der Couch. msn und icq ebenfalls. Der GroßMobilfunkanbieter hat anscheinend problemlos und schnellstmöglich umgestellt.
Liebe Grüße aus dem 39° heißen Niger.

Ach, demnächst gibts hier Neuigkeiten zu:

  • Entwicklungen bzgl. des Projektantrags
  • neue eigene Projekte
  • Personaländerungen im Museum
  • Manfred, unser neuer bester Freund im Museum
  • Arbeit mit Fotoausrüstungen, Dunkelkammer und eigener Ausstellungen
  • Neues Zootier: der zweite Strauß – endl ein weibchen
  • Afrikaausflüge
  • Krankheitsfälle
  • evtl. etwas zu Heimweh und fehlendem Jahreszeitenwechsel^^

Viel Spaß also, genießt das Winterjackentragen und die schönen bunten Blätter auf dem Boden! :-)

„jetzt ist hier Achterboooahn!“

Im Museum ist im moment Stress ohne Ende^^ Unvorstellbar eigentlich, aber unsere Koordinatorin hat’s anscheinend geschafft: Eine spontane und unabgesprochene Generalsitzung, von ihr einberufen, mit 1. und 2. Direktor, Rabiou (zoo-mein Chef), Zeilkilou (service éducatif-Jaras Chef) und uns, den beiden dt. Volontairen, hat den Startschuss gegeben. Wahrscheinlich angelockt durch die große Teilnehmerzahl kam überraschend noch jemand aus der Finanzabteilung vorbei und evtl. war genau das der ausschlaggebende Faktor. Er hat produktive und ansprechende Vorschläge gemacht und nicht wie die anderen es normal tun, von vornherein von Grund auf begeistert alles abzunicken und zu sagen, „Christina, das ist ne super Idee! Das werden wir so machen!“ und nachher nicht wissen, was sie eigentlich hätten machen sollen. So wie’s aussieht haben wir nun unser voraussichtlich sage und schreibe 10 Monate andauerndes Projekt:
>> Le Musée vers les écoles! << Jara und ich sollen mit Beamer und Laptop bewaffnet an/in die Schulen fahren, um dort einzelnen Klassen Bilder von den Zoo-Tieren zusammen mit spezifischen Infos zu zeigen und beides „an den Mann zu bringen“. Danach soll in ‘ner Art Stationsarbeit, den Kindern spielerisch verdeutlicht werden, welche Eigenschaften bzw. überraschende Fähigkeiten Tiere haben und inwieweit sie sich von den „menschlichen“ unterscheiden. Dies soll in Form von Spiele vermittelt werden, die auch in dt. Zoos und Museen genutzt werden. Dieser Punkt passt besonders Christina, die sich für den Bereich Kinderpädagogik interessiert und dort einige Kompetenzen aufzuweisen hat und vor allem viele Ideen zu haben scheint. Sie hat sich während des letzen Deutschlandaufenthalts, August, diesbezüglich informiert und viele derartige Spiele erkundet. Derartiges werden wir versuchen in das Programm mit einzubauen!
Jetzt wird erst einmal der Antrag für den Ded verfasst und das innerhalb weniger Tage, über dieses WoE. Unsere beiden Chefs sind ein wenig unmotiviert gestartet, weil sie zuvor einen Antrag eingereicht hatten, der eiskalt abgelehnt wurde. Und der ded ihnen vorwarf, es sei schlichtweg ihre Schuld, da sie dem ded – also Christina – nicht richtig zugehört haben. Beide begannen die Arbeit erstmal mit gegenseitigen Arbeitszuweisungs-Disskusionen. Bis mein Chef sich mit der Ansage: „Der Antrag ist Aufgabe des service éducatif!“ und „Jaja, das hört sich gut an, ich bin einverstanden!“ vor den Fernseher setzte, um Kirikou zu schauen und sich dabei noch über seine Müdigkeit zu beklagen.

So waren tatsächlich Jara und ich bei der Erstellung gefragt bzw. gefordert. Und mit etwas Mühe konnten wir sogar unsere Mitarbeiter, also die des service éducatif, ermuntern uns zu helfen. Unter ein wenig Gezehter, wegen der nicht geplanten Überstunden, konnten wir den Antrag auch weitgehend beenden. Sodass jetzt nur noch eine Liste für all die Sachen, die wir für unser Projekt, die Spiele benötigen, erstellt werden muss. Dienstag wird dann alles abgeholt/eingereicht und wir werden gespannt erneut die Reaktion der Direktion erwarten…

„Hau einfach ‘nen Chamäleon drauf, und dann noch eins…“

Chicameleon

"Chicameleon"

Heute Morgen! Beim Verlassen des Hauses und während des Plauschs mit den Gardiens, ist es aufgetaucht: Das von uns erste in freier Wildbahn (Niamey-City) gesichtete Chamäleon!
Seelen ruhig krabbelte es kopfüber die Wand herunter und blickte beim Fotografieren sogar in die Kamera.

Ramadan ist rum!

Yeeeah, endlich wiede normale Afrikaner. Sie dürfen jetzt endlich wieder rauchen, essen, saufen, wieder Frauen berühren und lügen. All das soviel und vor allem wann immer sie wollen. Das ist echt ne spitzen Sache, denn edlich hat man wieder das Gefühl, dass die Menschen hier nicht nur noch den Tag irgendwo rumhängend und enorm verschlafen verbringen bzw. irgendwie versuchen rumzukriegen.

Wie jedes Jahr üblich fand die große Fete im Museum statt und ohne große Werbung besuchten unfassbar viele Menschen an den letzten drei Partytagen das Terrain. Im Museum hatte alles auf diese Fete hingearbeitet. Dementsprechend war es ein riesen Erfolg. Über 5 Mio F CFA wurden eingenommen und abends saßen die Chefs bis spät in die Nacht hinein im Fianzzimmer und wühlten sich durch Münzberge.
Wir wurden wie schon gesagt zum Filmen und für den Ticketverkauf bei der großen, extra geliehenen Attraktion, dem Karusel eingesetzt. Ich ersteres, Jara letzters. Beides war verdammt ermüdend. Vor allem sich als weißer durch diese Massen an jungen Afrikaner kämpfen zu müssen und das alles mit Foto- und Videoappart.
Etwas Abwechslung hatten wir am zweiten Festtag, als die von Jara „angeschleppten“ RapGruppen auf der großen Bühne auftraten und wir uns um sie kümmern sollten. Das Konzert war ein riesen Erfolg, bis auf die Tontechnik. Trotz extra geliehener Anlage war der Sound erbärmlich und die jungen Rapper taten einm beinahe Leid, aber die Zuschauer sind trotzdem mitgegangen.
Abends mussten wir noch lange nach Fetenende mit den Gruppen auf ihre Bezahlung warten und es wurde uns tatsächlich als „Überstunden“ angerechnet, sodass wir am folgenden Tag ausschlafen durften. Ich habe echt noch nie so anstrengende Arbeitstage hier erlebt, obwohl ich „nur“ rumgelaufen bin und alles dokumentiert habe. Umso schöner waren die entspannten Pausen mit den Freunden bei Sucreries oder mit den Chefs im klimatisierten Büro.
Jetzt geht es wieder langsam seinen „normalen“ Weg, Christina – die ded-Koordinatorin – besuchte das Museum, um nochmal wegen der Projektanträge vorbeizuschauen. Immerhin hat sie ihn mitgenommen, um ihn mit dem ded zu besprechen. Nächste Woche gibt es die Rückmeldung und weitere Büroeinrichtungsgegenstände.

Ein kleiner Part der unzähligen Fotos (leider nicht des stundenlangen Videos mit verrückten afrikanischen Kindern) ist im Webalbum zufinden. << HIER >>