Alexanders Weblog

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Archiv für Juni, 2009

Referendum abgelehnt, große Demo morgen

Die für das letzte WoE geplante Demonstration wurde von der Regierung verboten und somit von den oppositionellen Organisatoren auf den morgigen Sonntag vertagt. Der vergangene Sonntag verlief dementsprechend ruhig, hätte eine Verbotsmissachtung doch bspw. eine Arrestierung der Verantwortlichen gerechtfertigt. Tandja kann diese Demo nicht erneut verbieten, weil eine solche Handlung widerum seinen Gegnern in die Hände spielen würde, so sagt man. Unter der Woche gab es erneut Diskussionsstoff, denn neben des Brands des „Busbahnhofs“ in Zinder, wurden auch die öffentlichen Löhne zunächst nicht ausgezahlt. Direkt sprachen meine Kollegen im Museum darüber, das der Präsident sein „Programm“ mit den Löhnen der Bevölkerung finanzieren. Die Nigrer scheinen zunehmend ihr Vertrauen in die Politik/Poitiker zu verlieren und sie scheinen es langsam satt haben, herumgeschubst zu werden. (Die Gelder wurden weniger Tage verspätet ausgezahlt.) Gestern abend hat das oberste Gericht die Entscheidung zu Tandjas Referendum, für den 4. August angesetzt, und seine geplante, neue Verfassung veröffentlicht. Eine neue Verfassung werde nicht geduldet, so hieß es! Somit sei jede Handlung, die das Durchsetzen des Referendum betrifft, als ein Staatsstreich zu ahnden. Was nun folgt  ist mal wieder ungewiss. In jeden Fall findet morgen die Demonstration in Niamey statt, wir werden uns fern bzw. in unseren Häusern aufhalten und auf Meldung warten.

dt. Pressebericht zu Tandjas Aktivitäten

„Wüstenpräsident untergräbt seinen Staat“

Um sich eine dritte Amtszeit zu sichern, sind Nigers Präsident Mamadou Tandja alle Mittel recht. VON DOMINIC JOHNSON - Artikel der aus der TAZ vom 03.06.09 – Einige interessante Erklärungen & Hintergründe!

Link ist die Überschrift ;)

zu den aktuellen politischen Entwicklungen

Politisch? Naja, der erste Teil, der zumindest in die Kategorie „Entwicklungen“ passt, gehört in jedem Fall der enorme Rückschlag, den die „Niameyaner“ letzte Woche hinnehmen mussten: die Zerstörung des „Grand Marché“ durch ein Feuer! Man weiß nicht, ob es sich um Brandtstiftung handelt, man sagt jedoch, dass es eigentlich jährlich geschehe…
Politisch: Wie angekündigt fanden in den letzten Tagen Demonstrationen in ganz Niger statt. In Dosso, ca. 2h von Niamey, kam es zu größeren Auschreitungen, bei denen die Polizei eingreifen musste: Autos und mindestens die Einrichtungen eines staatliches Gebäude wurden in Brand gesetzt… An diesem Wochenende wird es eine große Demo in Niamey, im Gebiet der Nationalversammlung geben, dessen Verlauf entsprechend wird es dann wohl eine offizielle Bekanntmachung der dt. Botschaft zur „Sicherheit der Deutschen“ im Niger geben. Mehrfach wurde während unseres Seminars in Zinder die Prozedur einer möglichen Evakuierung im Falle eines Staatsstreiches diskutiert… Ich halte euch auf dem Laufenden!

Endspurt

Mit der Rückkehr aus Zinder wurde für uns Freiwillige, die im August eingereist sind, schlagartig klar, wie wenig Zeit uns nur noch bleibt… So mussten wir während des Seminars angeben, an welchem Tag wir abreisen möchten. Das wird bei mir nun wohl der 26.07. sein und somit bleiben mir nur noch weniger als 2 Monate: ca. 50 Tage!
Gedanken überschlagen sich, wie soll ich denn noch alles geplante erledigen? Andererseits, die Vorstellung in so kurzer, absehbarer wieder daheim zu sein und endlich den nächsten Lebensabschnitt vorbereiten zu können! … Spannend und schön. So viel dazu: ich bin jedenfalls bald wieder in Buer! :)

zurück in Niamey

eine weitere Woche Zwischenseminar liegt hinter uns. Eine „jugendherbergswoche“ mit vielen interessanten ong-Besuchen, Kamelsteaks, alten Bekannten und einem nahezu angenehmen trockenen Klima. Wir verbrachten die letzten Wochentage mit der „Besichtigung“ des PPOL-Büros des deds in Zinder. Soulayman, hatte uns ein paar der von seinem Büro (Demokratieförderung) unterstützten ONGs auf den Plan gesetzt. Anhand dieser erhielten wir einen Einblick in die Vielfalt der unterschiedlichen entwickelten Partner.
Gestern Abend trudelten wir wieder in der „Heimat“ ein. Da wir uns hier gerad am Anfang der Regensaison befinden, schlug uns das heiße, aber zugleich viel feuchtere Klima (als in Zinder) entgegen: endlich wieder nasse Shirts… :-|
Sobald Urs Kumpel ein paar seiner zahlreichen Aufnahmen zur Verfügung stellt, werden diese im Webalbum zu bestaunen sein – hoffentlich innerhalb kurzer Zeit.