Die für das letzte WoE geplante Demonstration wurde von der Regierung verboten und somit von den oppositionellen Organisatoren auf den morgigen Sonntag vertagt. Der vergangene Sonntag verlief dementsprechend ruhig, hätte eine Verbotsmissachtung doch bspw. eine Arrestierung der Verantwortlichen gerechtfertigt. Tandja kann diese Demo nicht erneut verbieten, weil eine solche Handlung widerum seinen Gegnern in die Hände spielen würde, so sagt man. Unter der Woche gab es erneut Diskussionsstoff, denn neben des Brands des „Busbahnhofs“ in Zinder, wurden auch die öffentlichen Löhne zunächst nicht ausgezahlt. Direkt sprachen meine Kollegen im Museum darüber, das der Präsident sein „Programm“ mit den Löhnen der Bevölkerung finanzieren. Die Nigrer scheinen zunehmend ihr Vertrauen in die Politik/Poitiker zu verlieren und sie scheinen es langsam satt haben, herumgeschubst zu werden. (Die Gelder wurden weniger Tage verspätet ausgezahlt.) Gestern abend hat das oberste Gericht die Entscheidung zu Tandjas Referendum, für den 4. August angesetzt, und seine geplante, neue Verfassung veröffentlicht. Eine neue Verfassung werde nicht geduldet, so hieß es! Somit sei jede Handlung, die das Durchsetzen des Referendum betrifft, als ein Staatsstreich zu ahnden. Was nun folgt ist mal wieder ungewiss. In jeden Fall findet morgen die Demonstration in Niamey statt, wir werden uns fern bzw. in unseren Häusern aufhalten und auf Meldung warten.
Alexanders Weblog
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