Alexanders Weblog
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einmal Regen und nochmal ein paar schöne Erlebnisse bitte oder „Was einem draußen vor der Tür so alles passieren kann…“
Blick von der Terrasse der „weltwärts-Herberge“ den Niger herunter. Ein wunderschönes Bild, kurz bevor Sturm und Regen auch Niamey erreichte. Über uns war es noch angenehm sonnig, weiter hinten, soweit man gucken konnte war der Himmel einfach nur schwarz/blau… Hübsch anzusehen sind die verschieden-unterschiedlichen Farbeben im Bild: die dörfliche Hütte, der abgeschnitte Flussarm, der „schmockig-“ sandige Fluss, die Brücke, der Horizont und natürlich der Atemberaubende verwaschene Himmel! Auf dem dazugehörigen Panorama im Webalbum erkennt man noch, wie der Sturm den Sand vor sich herfegt!
Ca. 15min später nachdem mir einfiel, dass ich noch einige Einkäufe erledigen musste und fluchartig das Haus verlassen hatte, goss es wie aus Kübeln und es erwischte mich erwarteter Weise mitten auf der Straße
Entspannt und in aller Ruhe stapfte ich klittschnass durch die verlassenen Straßen…
Nach einem eher ungewöhnlich unschönen Tag mit diversen „Rückschlägen“ bzw. unschönen Nachrichten und einer heftigen Diskussion mit den Schwarzmarkthändlern, wegen des erneuten Durchschmorens meines, bei ihnen „neuerstandenen“ Dell-Netzteils, war dieses Foto der Startschuss zum Wiedererreichen der besseren Laune!
Nachdem sich nämlich die besagten, fiesen Händler doch noch dazu durchringen ließen, das verpuffte Gerät von ihrem Elektriker inspizieren zu lassen und ich es dort abgeliefert hatte, nahm ich einen direkten, mir bisher unbekannten Weg durchs Quartier zum Grand Marché. Zack, war da auch schon ein Geschäft, dass nach Informatikkram aussah. Reingegangen, netten Nigrer getroffen, Problem erklärt und darauf angespielt, dass ich in 2 Wochen das Land verlasse, in der Hoffnung, er würde den Preis direkt etwas senken… Bei der Frage, was er sich preislich denn so vorstelle, passiert das Unerwartete, was mir auf einen Schlag das Vertrauen in meine Mitmenschen hier zurückbrachte: „WAS? Neeein, du bezahlst das doch nicht, du hast hier in meinem Land gelebt, gearbeitet… Und jetzt bleiben doch nur noch 2 Wochen!? Nimm’s mit und wenn du abreist bringst du’s wieder rum!“ Krass, ich war völlig perplex! Ich merkte genau, wie sich ein riesiges Grinsen auf meinem Gesicht ausbreitete. Hatte ich doch zuvor ca. eine Stunde mit den unnachgiebigen Marktleuten bis zum verrecken Diskutiert und eigentlich nichts erreicht… Danach, auf dem Heimweg, erwischte mich auch noch die angenehme Abkühlung und der Tag war gerettet!
Tja, hier ein Beispiel für die kleinen, ganz persönlichen Erlebnisse, die das Leben hier so interessant und schön gestalten! Meistens sind es Erfahrungen wie diese, die das Leben hier attraktiv und unvergesslich machen und dir gleichzeitig die Unterschiede zum steifen dt. Leben vor Augen führen. Man muss sie gar nicht suchen geschweige denn groß in Seminaren referieren: Um sie hier zu finden, muss man einfach nur vor die Türe gehen!
10 days 2 go – daher dieser nachdenkliche Post? Jap, denn es ist verdammt schön hier und ich hab eine gewisse Vorstellung davon, was sich in 10 Tagen ändern wird… Deutschland, ich komme! Aber erst nehm ich hier noch alles mit
btw. guckt euch den das hier mal an
[grüne Schrift bedeutet LINK, also draufklicken]
Massig neue Bilder!
Meine letztmonatige Aktualisierung beginne ich mit einem fast umfassenden Foto-Upload. Das kommt mir gerad recht gelegen, da alles einfach laufen kann, während ich Mails schreibe und anderen, die-Zeit-nach-Afrika betreffenden, Kram erledige… Also, viel Spaß damit!
Hier also die Übersicht:
Die momentane Arbeit im Museum betreffend:
Mit sehr einfachen Mittel konnte ich zusammen mit den Leuten aus meiner Fotomannschaft eine Art „Mobiles Fotostudio“ im Museum errichten, was zu qualitativ akzeptablen Ergebnissen führen soll, so dass die Fotos archiviert werden und weiterverwendet werden können und vor allem nicht noch eine aufwendige Nachbearbeitung am Computer benötigen. Nach viel „Rumprobieren“, einigen Verbesserungen und Tipps von netten hilfsbereiten „Profis“ ist das, was ihr jetzt hier oben seht, der momentane Stand der Dinge.
Eine kleine Session mit einem alten Bekannten:
Seine Idee ist es, das nigrische Kunsthandwerk in der Welt bekannt zu machen.
Netter Kerl, nette Idee, schönes Souvenir!? Warum also nicht? “Beste Qualität, guten Preis!“, das ist, was er verspricht…
Eine Einladung von Kinslay, ihm und seiner Mannschaft beim CupSpiel auf ungewohnt ebenen Terrain, dazu noch Kunstrasen, zu besuchen!
Laufende Projekt im Museum: Die Renovierung des Reserves!
Finanziert wird der Umbau von der Spanischen Kooperation, die langsam im Museum fuß zu fassen scheint. Die Museumsleute habe als erste Aufgabe, das völlig überfüllte bestehende Gebäude zu leeren. Der Architekt wird nächste Woche mit dem Umbau beginnen wollen – in sha allah! Die Ausstellung zu den antiken Höhlenmalereien soll einen neugebauten Ausstellungspavillon erhalten. Idee: bei der Wiedereinräumaktion der Objekte könnte mein Nachfolger direkt jedes Teil durchs Studio gehen lassen, fotografieren und katalogisieren. Das würde dann dem Museum erstmalig eine Art Archiv geben…
Wir bleiben im Museum: ein schon etwas zurückliegender Workshop zu den Themen „Leitbild“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ im Musem. Organisiert von und vor allem der Anstoß dazu kam von Manfred. Ich konnte hier und da etwas mithelfen. Entscheidend war jedoch, dass das ganze für mich keine verpflichtende Veranstaltung war, ich als kleiner Volontair jedoch, wie alle anderen auch, die zwei vollen Wochenendtage teilnahm. Das brachte mir ein gehöriges Quäntchen Anerkennung ein…
Wie leben wir eigentlich nach dem nun komplett vollzogenen Umzug in der großen, wunderschön und praktisch gelegenen „Weltwärts-Herberge“!? Hier ein paar Eindrücke zu Lage, Aussicht, Gelände und („Haus“-) Tieren

So, anschaulich genug dürfte es nun erst einmal wieder sein. Es fehlt eine Einschätzung der aktuellen politischen Ereignisse im Niger - Präsident Tadjas Versuche inzwschen mit Hilfe von Notstandsverordnungen, sich die seenlichst erwünschte, rechtswidrige 3. Amtszeit zu sichern… Sie folgt.
Es hat wieder Demos, nationale Ansagen und sogar mal internationale Äusserungen gegben, trotz allem bleibt es weiterhin, wenn auch macherorts widererwarten, ruhig!
[btw.: 3 weeks 2 go!]
Referendum abgelehnt, große Demo morgen
Die für das letzte WoE geplante Demonstration wurde von der Regierung verboten und somit von den oppositionellen Organisatoren auf den morgigen Sonntag vertagt. Der vergangene Sonntag verlief dementsprechend ruhig, hätte eine Verbotsmissachtung doch bspw. eine Arrestierung der Verantwortlichen gerechtfertigt. Tandja kann diese Demo nicht erneut verbieten, weil eine solche Handlung widerum seinen Gegnern in die Hände spielen würde, so sagt man. Unter der Woche gab es erneut Diskussionsstoff, denn neben des Brands des „Busbahnhofs“ in Zinder, wurden auch die öffentlichen Löhne zunächst nicht ausgezahlt. Direkt sprachen meine Kollegen im Museum darüber, das der Präsident sein „Programm“ mit den Löhnen der Bevölkerung finanzieren. Die Nigrer scheinen zunehmend ihr Vertrauen in die Politik/Poitiker zu verlieren und sie scheinen es langsam satt haben, herumgeschubst zu werden. (Die Gelder wurden weniger Tage verspätet ausgezahlt.) Gestern abend hat das oberste Gericht die Entscheidung zu Tandjas Referendum, für den 4. August angesetzt, und seine geplante, neue Verfassung veröffentlicht. Eine neue Verfassung werde nicht geduldet, so hieß es! Somit sei jede Handlung, die das Durchsetzen des Referendum betrifft, als ein Staatsstreich zu ahnden. Was nun folgt ist mal wieder ungewiss. In jeden Fall findet morgen die Demonstration in Niamey statt, wir werden uns fern bzw. in unseren Häusern aufhalten und auf Meldung warten.
dt. Pressebericht zu Tandjas Aktivitäten
„Wüstenpräsident untergräbt seinen Staat“
Um sich eine dritte Amtszeit zu sichern, sind Nigers Präsident Mamadou Tandja alle Mittel recht. VON DOMINIC JOHNSON - Artikel der aus der TAZ vom 03.06.09 – Einige interessante Erklärungen & Hintergründe!
Link ist die Überschrift
zu den aktuellen politischen Entwicklungen
Politisch? Naja, der erste Teil, der zumindest in die Kategorie „Entwicklungen“ passt, gehört in jedem Fall der enorme Rückschlag, den die „Niameyaner“ letzte Woche hinnehmen mussten: die Zerstörung des „Grand Marché“ durch ein Feuer! Man weiß nicht, ob es sich um Brandtstiftung handelt, man sagt jedoch, dass es eigentlich jährlich geschehe…
Politisch: Wie angekündigt fanden in den letzten Tagen Demonstrationen in ganz Niger statt. In Dosso, ca. 2h von Niamey, kam es zu größeren Auschreitungen, bei denen die Polizei eingreifen musste: Autos und mindestens die Einrichtungen eines staatliches Gebäude wurden in Brand gesetzt… An diesem Wochenende wird es eine große Demo in Niamey, im Gebiet der Nationalversammlung geben, dessen Verlauf entsprechend wird es dann wohl eine offizielle Bekanntmachung der dt. Botschaft zur „Sicherheit der Deutschen“ im Niger geben. Mehrfach wurde während unseres Seminars in Zinder die Prozedur einer möglichen Evakuierung im Falle eines Staatsstreiches diskutiert… Ich halte euch auf dem Laufenden!
Endspurt
Mit der Rückkehr aus Zinder wurde für uns Freiwillige, die im August eingereist sind, schlagartig klar, wie wenig Zeit uns nur noch bleibt… So mussten wir während des Seminars angeben, an welchem Tag wir abreisen möchten. Das wird bei mir nun wohl der 26.07. sein und somit bleiben mir nur noch weniger als 2 Monate: ca. 50 Tage!
Gedanken überschlagen sich, wie soll ich denn noch alles geplante erledigen? Andererseits, die Vorstellung in so kurzer, absehbarer wieder daheim zu sein und endlich den nächsten Lebensabschnitt vorbereiten zu können! … Spannend und schön. So viel dazu: ich bin jedenfalls bald wieder in Buer!
zurück in Niamey
eine weitere Woche Zwischenseminar liegt hinter uns. Eine „jugendherbergswoche“ mit vielen interessanten ong-Besuchen, Kamelsteaks, alten Bekannten und einem nahezu angenehmen trockenen Klima. Wir verbrachten die letzten Wochentage mit der „Besichtigung“ des PPOL-Büros des deds in Zinder. Soulayman, hatte uns ein paar der von seinem Büro (Demokratieförderung) unterstützten ONGs auf den Plan gesetzt. Anhand dieser erhielten wir einen Einblick in die Vielfalt der unterschiedlichen entwickelten Partner.
Gestern Abend trudelten wir wieder in der „Heimat“ ein. Da wir uns hier gerad am Anfang der Regensaison befinden, schlug uns das heiße, aber zugleich viel feuchtere Klima (als in Zinder) entgegen: endlich wieder nasse Shirts… ![]()
Sobald Urs Kumpel ein paar seiner zahlreichen Aufnahmen zur Verfügung stellt, werden diese im Webalbum zu bestaunen sein – hoffentlich innerhalb kurzer Zeit.
Präsident setzt Parlament ausser Kraft.
Der Präsident Mamadou Tandja (MNSD) hat das Parlament (Assemblée Nationale) aufgelöst. Das erfuhr ich heute gegen Mittag an meinem Projektplatz und seitdem ist es in aller Munde.
Dieser Schritt ist wohl Teil der längere Geschichte, welche die Bemühungen des seit 1999 amtierenden Präsidenten, sich mit aller Kraft eine weitere (bisher) verfassungswidrige dritte Legislaturperiode zu beschaffen, beschreibt.
Einige Wochen zuvor hatte es bereits Ankündigungen gegeben, Tandja werde eine neue, die somit sechste Republik ausrufen, um die Verfassung „zu seinen Gunsten überarbeiten“ bzw. schlichtweg den Punkt „einmalige Wiederwahl“ streichen zu können.
Der schon zur ersten Amtszeit mit nur knapper Mehrheit direkt gewählte Präsident hat auch noch bzw. gerade heute um die Mehrheit zu kämpfen. Um also seine geplante Verfassungsänderung durchzusetzen, wurde bereits letzte Woche mindestens ein Minister (für Jugend, Sport und die francophonischen Spiele) ersetzt – angeblich durch einen treuen Gefolgsmann… Und man scherzte im Radio auf die Aussage, man habe hier seinen Job noch nicht erledigt: „Der Junge hat ja auch jeden Grund weiter zu machen, denn er hat den Niger ja immerhin in der Liste des Human Developpement Index weiter zurückgeworfen!“
Heute vormittag wurde die Nationalversammlung aufgelöst, wozu der Präsident übrigens berechtigt ist, was vielen, so erschien es mir heute, nicht unbedingt bewusst ist und deshalb allem etwas mehr Brisans zusprechen. Angeblich muss jetzt jedenfalls erst einmal 80 Tage gewartet werden, bevor die Neuwahl angesetzt werden kann. Die Wahl nach Zeitplan sollte, wie auch die des Präsidenten, im Dezember diesen Jahres stattfinden. Hätte Tandja da also noch eine Mehrheit erzielen können?
Die Einwohner Niameys bleiben, soweit ich das heute mitbekommen habe, gewohnt entspannt. „Nein, man kann nichts mehr machen – jetzt ist es zu spät.“
Gespannt sei man jedoch jetzt auf konkrete internationale Reaktionen, in dessen Zusammenhang mir auch der Begriff „Staatsstreich“ zu Gehör.
Interessiert werde ich mich gleich zu meinem wöchentliches Fußballspiel mit den Zöllnern der Direktion Niamey begeben, um zu sehen, welche Neuigkeiten mich dort erreichen werden. Der direkte Weg zum Kunstrasenplatz (^^) führt übrigens am Gebäude der Assemblée vorbei. Ich werde sehen, ob man da überhaupt noch lang kommt. Wobei, wie bereits beschrieben, die Stadt heute den ganzen Tag absolut ruhig gewesen sein soll und wohl auch anzunehmender Weise bleiben wird. Sich zu Sorgen wäre daher wohl unangebracht. In jedem Fall werde ich versuchen euch über alle weiteren spannenden Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.
(Man erinnere sich daran, dass dieser Artikel von einem jungen, dt. Freiwilligen, der sich seit erst ca. 10 Monaten im für ihn vorher absolut fremden afrikanischen Land Niger aufhält und ein nicht annähernd perfektes Französisch spricht.
Und jetzt etwas zum pol. Geschehen?
Naja, wollte ich noch loswerden, dass ich jedenfalls auf Anmerkungen, Diskussionen und auch Verbesserungen jeder Art gespannt bin.)
Auch mal wieder ein Zwischenseminar
Inwieweit das tatsächlich möglich sein wird, das wird sich dann zeigen: ab Freitag bin ich erneut für eine Woche in Zinder (~ 900km östlich), diesmal mit allen ded- und eirene-weltwärts-Freiwilligen für unser zweites Zwischenseminar.
Und die…
… Weltwärts-“Mentoren“-Tagung (für West- und Zentralafrika) ging an Niamey. Warum gibt es eigentlich keine mitreisenden ww’ler? ^^ Was das ein Wiedersehen äh, natürlich einen internationalen/- kulturellen Austausch gäbe! (05.- 10.07.09)










