Alexanders Weblog

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Archiv für Freizeit

Massig neue Bilder!

Meine letztmonatige Aktualisierung beginne ich mit einem fast umfassenden Foto-Upload. Das kommt mir gerad recht gelegen, da alles einfach laufen kann, während ich Mails schreibe und anderen, die-Zeit-nach-Afrika betreffenden, Kram erledige… Also, viel Spaß damit!

Hier also die Übersicht:

Die momentane Arbeit im Museum betreffend:

Mit sehr einfachen Mittel konnte ich zusammen mit den Leuten aus meiner Fotomannschaft eine Art „Mobiles Fotostudio“ im Museum errichten, was zu qualitativ akzeptablen Ergebnissen führen soll, so dass die Fotos archiviert werden und weiterverwendet werden können und vor allem nicht noch eine aufwendige Nachbearbeitung am Computer benötigen.  Nach viel „Rumprobieren“, einigen Verbesserungen und Tipps von netten hilfsbereiten „Profis“ ist das, was ihr jetzt hier oben seht, der momentane Stand der Dinge.

Eine kleine Session mit einem alten Bekannten:

Seine Idee ist es, das nigrische Kunsthandwerk in der Welt bekannt zu machen. :) Netter Kerl, nette Idee, schönes Souvenir!? Warum also nicht? “Beste Qualität, guten Preis!“, das ist, was er verspricht…

Eine Einladung von Kinslay, ihm und seiner Mannschaft beim CupSpiel auf ungewohnt ebenen Terrain, dazu noch Kunstrasen, zu besuchen!

Laufende Projekt im Museum: Die Renovierung des Reserves!

Finanziert wird der Umbau von der Spanischen Kooperation, die langsam im Museum fuß zu fassen scheint. Die Museumsleute habe als erste Aufgabe, das völlig überfüllte bestehende Gebäude zu leeren. Der Architekt wird nächste Woche mit dem Umbau beginnen wollen – in sha allah! Die Ausstellung zu den antiken Höhlenmalereien soll einen neugebauten Ausstellungspavillon erhalten. Idee: bei der Wiedereinräumaktion der Objekte könnte mein Nachfolger direkt jedes Teil durchs Studio gehen lassen, fotografieren und katalogisieren. Das würde dann dem Museum erstmalig eine Art Archiv geben…

Wir bleiben im Museum: ein schon etwas zurückliegender Workshop zu den Themen „Leitbild“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ im Musem. Organisiert von und vor allem der Anstoß dazu kam von Manfred. Ich konnte hier und da etwas mithelfen. Entscheidend war jedoch, dass das ganze für mich keine verpflichtende Veranstaltung war, ich als kleiner Volontair jedoch, wie alle anderen auch, die zwei vollen Wochenendtage teilnahm. Das brachte mir ein gehöriges Quäntchen Anerkennung ein…

 

Wie leben wir eigentlich nach dem nun komplett vollzogenen Umzug in der großen, wunderschön und praktisch gelegenen „Weltwärts-Herberge“!? Hier ein paar Eindrücke zu Lage, Aussicht, Gelände und („Haus“-) Tieren :)

 

 

 

So, anschaulich genug dürfte es nun erst einmal wieder sein. Es fehlt eine Einschätzung der aktuellen politischen Ereignisse im Niger - Präsident Tadjas Versuche inzwschen mit Hilfe von Notstandsverordnungen, sich die seenlichst erwünschte, rechtswidrige 3. Amtszeit zu sichern… Sie folgt. :) Es hat wieder Demos, nationale Ansagen und sogar mal internationale Äusserungen gegben, trotz allem bleibt es weiterhin, wenn auch macherorts widererwarten, ruhig!
[btw.: 3 weeks 2 go!]

Unter Freunden – Besuch aus der Heimat!

Im April waren Christopher und Philipp, zwei Freunde aus Gelsenkirchen, für drei Wochen „hier bei mir“ zu Gast. Zusammen haben wir einen Trip an die ghanaische Küste gestartet. Dabei sind wir auf Hin- und Rückweg  über Ouagadougou gefahren, von da aus dann zunächst weiter nach Kumasi, wo wir uns das Fußballländerspiel: Ghana-Benin angesehen und dabei drei Studenten aus Accra kennengelernt haben. Mit denen sind wir weiter in Ghanas Hauptstadt, wo wir Francis – einen weiteren Gelsenkirchener, der dort zufälliger Weise zur selben Zeit seine Familie besuchte – besuchten.  Dann gings weiter richtung Osten an der Küste entlang, wo wir in verschiedenen Beachressorts und bei anderen Freiwilligen übernachteten. Von Takoradi dann ging es wieder zurück nach Ouagadougou über Kumasi und von da aus wieder zurück in meine momentane Heimat: Niamey. Das ist nur eine gaaaanz kurze Ablaufbeschreibung. Auch das Ereignis ist nun schon wieder ‘nen Monat her… Als Eindrücke müssen einfach für diejenigen, die keine persönlichen Ereignisberichte bekommen können, die Bilder reichen. Fakt ist, es war ein einmaliger, wunderschöner und unvergesslicher Trip zu dritt!

Die dabei entstandenen Bilder findet ihr im Webalbum! Hier oder über’s Foto!

Ein wunderschönes Fleckchen…

Yeah, nur eine meiner zahlreichen Errungenschaften auf der SIAO in Ouaga. 8-) Meine eigene Hängematte und ich konnte sogar mit etwas Hilfe von Adamou, des kleinen Museumskollegen, richtige Haken für die Befestigung finden. Denn angeblich gibt es hier alles, man muss nur wissen, wo! Auf jeden Fall hab ich jetzt ein richtiges Entspannungsfleckchen draußen in meinem Hof eingerichtet und es wurde von allen Mitbewohnern dankend angenommen.
Zumal die Bäume zu beiden Seiten einfach, wie schon lange zuvor bemerkt, einfach für ‘ne Hängematte gepflanzt sein müssen! Als, ich dann das passende „Stück Stoff für dazwischen“ in einem Kameruner Stand hängen sah, war es schon passiert: ich hatte mich verliebt!
J

Ausflug auf’s Plataeu

Fabian lud Jara und mich ein, den Abend mit ‘nem wundervollen Ausblick auf die Stadt, Bier und anschließendem Sonnenuntergang zu verbringen. Sport in Form von Fußball war als Alternative nicht mehr haltbar und so holte er uns zügig ab und wir machten uns im großen 4×4 auf den Weg über den Flus und rauf auf die „Berge“. Die Fahrt dahin war ein riesen Erlebnis. Allradantrieb an und eine schlingernde Fahrt über Sandwege mit hoher Hirse zu beiden Seiten begann. Bei dem Aufstieg wurde klar, dass der Geländewagen unbegint nötig war und wir fuhren in Schrittgeschwindikeit über „Stock und Stein“! Oben angekommen ging es kurze Zeit einfach der Sonne entgegen, bis wir am Rand des Plateaus angekomen waren. Angekommen wurden die Getränke der Kühlbox im Kofferaum entnommen und wir setzten uns an den Abgrund. ^^ Klischeemäßiger Weißbrot-Touris-Ausflug. Aber unbeschreiblich schön. :) Aussicht über ganz Niamey, den Niger und alles bei versinkender Sonne. Wir genossen den Abend und machen uns nach Sonnenuntergang auf den Rückweg, was sich aufgrund der direkt eintretenden Finsternis – Dämmerung und tiefste Nacht innerhalb von ca. ‘ner halben Stunde – als ein Problem entpuppte. Der Rückweg war in der kompletten Finsternis nicht direkt zu finden und so fuhren wir ein wenig hin und her, bis wir die Straßehinunter fanden. Kein Problem. Wir haben es rel. schnell gefunden, weil die Richtung klar war. Danach haben wir noch im Marquis Masaki, direkt bei uns zu Hause um die Ecke, Brouchetten (Fleischspieße) und Fritten gegessen. Dann noch „das Leben der anderen“ auf dvd geschaut und schließlich auch mal schlafen gegangen. ^^ Ein für afrikanische Verhältnisse eher ungewöhnlicher, aber deshalb ungemein netter Abend!

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Derby-Liveübertragung!

Damit gerechnet, dass ich das Spiel woanders als im Internet-REL-Radio-Stream verfolgen würde, hatte ich nicht im geringsten, als wir uns auf den Weg in Richtung „Moustache“ machten.

Ich hatte mich mit Kinsay und George, den beiden Nigerianer, mit denen ich inzwischen regelmäßig Fußball spiele, verabredet, um mit ihnen gemeinsam zur „Sportsbar“ zu fahren. Beide hatten mir zuvor versichert, dass dort neben Premier League (beide sind Arsenal Fans) auch Bundesliga übertragen werde könne. Skeptisch war ich allerdings vor allem, weil ich vorher mit wahrscheinlich jedem Deutschen gesprochen hatte, um dann zu erfahren, dass es unmöglich sei, hier im Niger BL per TV zu empfangen. Kinsay war glücklicher Weise nicht zu irritieren und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg. Wir steigen aus dem Taxi aus, wenden uns dem baufälligsten Gebäude weit und breit zu und gehen zwischen zwei Häusern durch einen engen Gang in Richtung Hinterhof. Schon da ist die Atmosphäre nicht nur verdächtig, sondern auch speziell fußballtypisch. :)
Am Ende des Gangs steht ein „fetter Afrikaner“ – sorry, er war wirklich untypisch korpulent für einen Afrikaner hier. Kinsay spricht mit ihm und stellt mich vor. Englisch wird hier gesprochen. Hinter dem Besitzer, wie sich herausstellte, erstreckt sich der Hinterhof, der durch einen „Hangar“ (Strohdach) vor Sonne geschützt wird. Darunter tummeln sich Unmengen an Einheimische – 60 bis 70, geschätzt – vor zwei Fernsehern, wo jeweils Liverpool gegen ManU gezeigt wird. Ein dritter steht ausgeschaltet daneben. ^^ Mein Herz schlägt schneller! Endlich, nach fast 1,5 Monaten kann man wieder eine solche Stimmung miterleben und dann noch das Schalkespiel sehen!?!? Geil. Es lässt zumindest hoffen!
Der Typ am Eingang sagt, er wolle eigentlich ein anderes Spiel zeigen. Ich erkläre ihm die Brisanz der Begegnung und versichere ihm, es werde ein spannendes Match werden, Kinsay stimmt mir zu. ^^ Er erweckt den Eindruck, dass hier jemand eine Chance wittert, an einen besonderen Dienst, besonders zu verdienen. Ich versuche ihm das schnell auszureden, indem ich sage, ich könne auch problemlos ins Internetcafé zum Radio gehen. Umso erleichterter bin i ch, als er schließlich einen „Mitarbeiter“ los schickt, den entsprechenden Receiver zu holen und mir einen Platz hinter all den anderen Leuten zuweist. Jetzt wird’s spannend, denn es fiehl mir immer noch ungemein schwer zu glauben, dass dt. Fußball hier überhaupt empfangbar ist. Schnell werde ich des besseren belehrt. Über einen arabischen Satelliten wird auf „Dubaisports“ tatsächlich das PremiereBild und der Rasen des Westfalenstadion sichtbar. Das Spiel läuft. Mir wird erklärt, dass sobald das andere Spiel zu Ende sei, es auch leerer werde und wir uns auf eine der Bänke setzen können.
Gesagt getan, traurigen ManU-fans verlassen schnurstracks die Bude. Uns werden Plätze zugewiesen. Für das Schalkespiel zahle ich 100 mehr als gewöhnlich, weil es extra „aufgesetzt“ werde, insgesamt also 400 CFA. Ich muss gestehen, alles drum herum ist mir egal, denn ich sehe eine wunderbare erste Halbzeit und insgesamt ein spannendes Spiel. Schalke! Und das auch noch unerwartet in Afrika. Parallel läuft das Arsenal-Blackbury spiel, was wirklich jeden im Raum, abgesehen vom einzigen Weißbrot brennend interessiert. Lediglich, bei Elfmetern oder „gefährlichen Situationen“ oder während der englischen Halbzeit, fiebern ein paar andere mit. Lustig: bei den Toren springt nur das Weißbrot auf^^ Und darauf hin fangen auch andere an sich zu freuen^^ Eine sehr lustige Erfahrung! „Give me a shirt, to supportyour team“ Und bei Aktionen wie beim Ernst-Foul, kommen Bemerkungen wie: „that’s german football“ ^^ auf. Ich muss nochmal klarstellen, dass eine solche Begegnung quasi Krieg sei. Überrascht, bemerken die andern Zuschauer, dass Schalke zwei Spieler verliert und lächeln, als dann noch der Ausgleich fällt…
Es war ne super Sache und einer der schönsten Tage seit meiner Ankunft^^ Fragwürdig bleibt lediglich bzw. eigentlich ist es unwahrscheinlich, dass das Spiel ausgesucht werden kann, welches aus Deutschland übertragen wird. Wahrscheinlicher ist, dass Dubaisports (hoffentlich) immer BL überträgt, aber halt nur das Spiel des Tages. Mal sehen, wann ich also die nächste Schalkebegegnung live sehen kann… Sicher ist, und das habe ich auch dem freundlichen Chef des Ladens erklärt:In dem Schuppen war ich nicht zum letzen Mal! Ärgerlicher ist, dass dort regelmäßig Championsleauge gezeigt wird! Dfb- oder Uefa-Cup…. Naja.

Besuch aus Ghana

Am Montag standen plötzlich zwei Weißbrote unseren Alters im geräumigen „Weltwärts-“Büro. Jara springt auf und begrüßt sie herzlich, ich schaue wohl etwas irritiert drein. Midu und MarioDann werden mir die Beiden, Midu und Mario, zwei Weltwärts’ler, die zusammen mit Jara auf dem Vorbereitungsseminar waren und somit zur ersten Weltwärts-Welle gehören, vorgestellt. Sie sind seid 6 Monaten in Ghana, dem „größten Volunteer-Stadt Afirkas“, in Accra und haben sich nun 7 Tage Urlaub gegönnt, um den östlichen Teil Westafrikas abzugrasen. Sie sind von Ghana, nach Togo, durch Benin innerhalb von drei Tagen gereist und schließlich in den Niger gekommen. Hier haben sie sich dann daran erinnert, dass doch auch jemand im Museum arbeiteten würde. So sind sie einfach mal vorbeigekommen, um uns zu Besuchen. Ihre letzte Busfahrt dauerte 24h und inklusive an der Grenze davon rauschendem Bus, indem das komplette Gepäck und alle Wertsachen waren und verrücktem, pausenlos Spuckendem Mitfahrer, der schließlich gefesselt werden musste…. Nach kurzem Aufenthalt wollen sie weiter über Mali, Burkina, zurück nach Ghana. Wir nehmen die Beiden „also an die Hand“, erzählen ihnen, dass sie wegen der Tuareg-Unruhen nicht ins Air-Gebirge, nach Agadez dürfen, empfehlen ihnen die Schwimmbäder und stellen den Kontakt zu M Balla her, damit sie auch in den Genuss einer kleinen Kameltour kommen. Nach kurzer Anfrage bei der ded-Direktion, steht sogar einer Übernachtung in einem „unserer“ beiden Häuser nichts im Wege. Als wir sie Nachmittags, nach der Arbeit wiedersehen, wollen sie eigentlich Nachts direkt weiter. Niger erscheint „sooo langweilig“. Am Abend haben sie ihre Meinung schon geändert und „Niger sei so viel entspannter als Ghana und all die anderen von ihnen besuchten Länder“! Sie bleiben, lassen sich von uns durch die Straßen führen, Essengelegenheiten und die Bars zeigen. Immer wieder die Feststellung, dass in Ghana die Menschen so unfreundlich, offensiv und gestresst seien. Als sie sich nach zwei Nächten verabschieden, wollen sie sich hier zu uns in den Niger versetzen lassen. Die zahlreichen Parties und die große Anzahl an gleichaltrigen Volunteers sprechen zwar durchaus für ihr bisheriges Land, der Niger biete aber ein viel angenehmeres Rundherum. Schließlich fahren sie Mittwoch Morgen um 5 Uhr weiter, um nach Timbuktu zugelangen. Wir tauschen Kontaktdaten und verabreden uns für einen gemeinsamen Urlaub auf den Kap Verden :)

Kamel- und Piroguentour

Am vergangenen Sonntag stand mal wieder ein afrikanischer Freizeit-/Touriausflug auf dem Programm. Andrea, eine Freundin von Jara, die für den Arbeiter Samariterbund arbeitet, hatte nach Absprache mit Olaf, eines jungen ded Mitarbeiters, Jara und mir, mit  M. Balla Kontakt aufgenommen und die Exkursion auf die Beine gestellt. Geplant war ein „Rundtrip“ am Fluß entlang, erneut über Boubon: Auf Kamelen also flußaufwärts bis zum Dorf und von dort dann per Pirogue – das sind die kleinen „Kanus“ hier – wieder zurück zum Startpunkt. Morgens trifft man sich also am abgelegenen Hotel „Les Roniers“, was in idyllischer Umgebung ein paar Kilometer außerhalb von Niamey liegt,  auf der Gartenterrasse. Zusammen mit Bernd fahren alle Teilnehmer weiter zu den Kamelen, die in einem kleinen Dorf an der Straße in Richtung Tillabéry warten.

Tücher auf den Kopf, auf den Kamelrücken und rappazapp geht’s los.  2,5h sitzen wir nun auf dem vergleichsweise harten Holzsattel in luftiger Höhe und schaukeln fröhlich und entspannt dahin. Es  ist  echtangenehm, denn in der Höhe weht schon wieder ein kühles Lüftchen, das die Hitze der ballernden Sonne etwas kompensieren kann. Wir kommen vorbei an vereinzelt verstreuten Hütten, „Einsiedlern“, die mit ihren Ziegen-/Schafsherden hier auf dem Land leben und meist noch etwas „Getreide“ anbauen. Wie ihr den Bildern entnehmen könnt ist die Landschaft nicht sonderlich vielfältig . Eine Ausnahme stellt der unwahrscheinliche große Golfplatz dar, welcher auf ungefähr halben Weg nach Boubon gelegen ist. Am WoE scheint er ein gefragtes Ausflugsziel für Weißbrote zu sein, die sogar mit kleinen Proppellerflugzeug anzureisen scheinen. Der Platz wirkt verhältnismäßig – soweit ich das beurteilen kann – groß, kein Wunder, es ist ja auch Platz ohne Ende… So nehmen die Fähnchen einen Großteil des Landschaftsbild für sich in Anspruch.
Nach einem Abstieg in ein Flußbett, welcher höchste Konzentration der „Reiter“ benötigte, da die Kamele ihre ABS-Socken zu Hause gelassen hatten und ihre Füße wie auf Eis den Sand hinunterrutschten, kommen wir durch Hirsefelder und zerklüftete Sand-/Steingegend nach Boubon.

Wir waren ja schon einmal zusammen mit Abdu und dem Lehmhüttentrio da, allerdings  an einem Mittwoch, dem Markttag. Der Unterschied ist unvorstellbar: Es ist rein gar nichts los im Dorf! Wo Mittwochs jeder Zentimeter mit Vieh, Reis,Kleidern, Ständen und Menschen vollgestopft ist und soweit das Auge reicht lärmende Menschenmassen durch die engen Gassen schieben, herrscht gähnende Leere und nahezu gespenstische Stille! Auch die Gassen sind nun mehr breite Straßen. Lediglich eine Gruppe sich im Fluß badender Frauen/Kinder sind als einzige Bewohner auszumachen.

Wir besuchen Monika, eine Schweizerin, die seit nunmehr 16 Jahren in Boubon lebt und Töpfert. Sie arbeitet mit der Bevölkerung zusammen und macht unter anderem Schulungen für Organisationen im Lehm-energiespar-ofenbau. Sie betont, dass sie seit ihrer ganzen Zeit hier, noch nie eine so ertragreiche Regenzeit erlebt habe. 

Wir verabschieden uns und setzen mit einer Pirogue zum Campingplatz auf einer Insel mitten im Niger über. Die Pirogue hat diverse Lecks, Ausbesserungen und die Bereitstellung einer zweiten werden von M Balla angeordnet.
Wir betreten das schön und in komplett ruhiger Gegend gelegene „Restaurant“ des „Campingplatzes“. Hier ersetzt man in dem imaginären europäischen Campingplatzbild  die üblichen Zelte durch kleine Rundhütten mit Strohdach. Es ist nichts los – Stille. Das Schwimmbecken ist, bis auf eine kleine Pfütze, leer. Kein Wasser und der bis vor kurzem dort gehaltene „Lesard“ ist anscheind mit den letzen Gästen  wieder „nach Hause“ gegangen. Es gibt überraschender Weise Cola – eiskalt – und die von uns mitgebrachten Lunchpakete.

Danach geht’s wieder zurück ans Ufer, wo nun zwei Piroguen samt „Mannschaft“ auf uns warten: Eine mit, die andere ohne „Hangar“, einem gerngesehenen, schattenspendendem, geflochtenen Dach. Die Weltwärts’ler steigen in das … Richtig!  ohne Dach, die anderen drei pflanzen sich in den Schatten. Es geht los, flußabwärts. Jeweils ein Ruder-/Steuermann sitzt wie im Kajak hinten und manövriert uns  durch Untiefen und an den zahlreichen Inseln vorbei. Komisch, dabei ist, dass man aus Deutschland solche Touren zwar gewöhnt ist, man aber eigentlich selbst  das Ruder in der Hand hat und das sogar noch als  spaßige Unternehmung Kanu-/Kajaktour bucht. Hier unvorstellbar. Die Weißbrote werden also ganz traditionell durch die Gegend kutschiert. …

Es ist inzwischen früher Nachmittag und die Sonne ballert fröhlich vor sich hin. Direkt über der bräunlich, trotzdem reflektierenden Wasseroberfläche werden wir gebraten. Hippos sind vor uns schon weiter Richtung Niamey flußabwärts  gezogen, sodass wir vergeblich danach ausschauhalten. Auch auf den Inseln, so sagen uns die Fischer, seien gerade keine mehr. An den Ufern sehen wir vereinzelt Gruppen von (sich) waschenden oder badenden Dorfbewohnern, die  uns zu winken. Die Kinder schicken uns ihren Singsang-ähnlichen „Cadeau“-Ruf über das Wasser entgegen! „Fofooooo, donne-moi cadeaaaaaaaaaau!“ Zu komisch. Es wird gescherzt, sie sollen doch rüberkommen, dann würde man ihnen sogar etwas  geben.  Es ist echt krass, dass die Kleinkinder, die wohl kaum bzw. noch gar nicht sprechen können, schon das „Cadeau“ beigebracht bekommen…

Nach ca. einer Stunde kommen wir (jara und ich krebsrot) wieder am beinahe ersehnten Ufer an. Kurzer Weg noch zum Auto und dann nur noch wenige Momente, bis die Klimaanlage gefühlte arktische Verhältnisse schafft^^ Wir fahren zurück zum Hotel, verabschieden uns von M Balla, die „Herrschaften“ „springen“ :) noch eben in den niedlichen Pool unter dem über hundert Jahre alten Baum und nach ‘nem kühlen Getränk geht’s weiter zurück nach Niamey. – Die zugehörigen Bilder findet Ihr im Webalbum.

WoE, Konzerte und ein absehbares Ende der Vorbereitungszeit!

DieTour nach Tillabéry war ein voller Erfolg! Wir hatten massig Spaß zusammen mit allen Beteiligten und haben eine interessante Show erlebt. Tagsüber wurden wir von dem Studienkollegen des Kameramanns und eigentlichen Medizinstudenten NuHu zu sich nach Hause zum Premier League gucken eingeladen (eigentlich wurde auch Bundesliga versprochen, aber das bekam er leider nicht rein. Danach haben wir die Baustelle eines neuen Kulturzentrum mit großer geplanten Bühne und des neuen Stadions besichtig. Die Mauern des Stadions werden aus der Luft betrachtet den Landesumrissvon Niger beschreiben^^. Nach der vom Direktor des Kulturzentrums erzwngenen Einquartierung in unserem Hotel, sind wir abends zur Show aufgebrochen.
Die Zuschauer erschienen zunächst gar nicht, dann zu Beginn aber alle innerhalb von 5 Minuten. ^^ Master Du, der Moderator heizte alle erfolgreich mit amüsanten Spielen zum Thema Unicef und Aids an, danach traten die 5 FinalGruppen nach einander auf. Alle im bekannten HipHopDress, mit guten Beats und Texten zu besagten Themen. Gute Stimmung insgesamt :-)
Danach gingen wir noch mit ein paar Leuten der ganzen Tour-Karawane in eine „Bar“ bzw. Biergarten, um ein Bier zu trinken und über Deutschland, DDR, die amerik. PeaceCorps etc.zu reden.
Zurück im Hotel begann noch die Kakerlaken jagt, die weniger erfreulich für die Gejagten ausging. Am näcsten Morgen gings im Tourbus zurück nach Nimey und der Direktor lud noch zu einem Drink auf’m niameyschen Campingplatz ein, wo er auch noch eine Abschiedsrede hielt. Die Artisten tranken teilweise um 11h morgens die große Flasche Flagbier (0,65l). ^^

Alles in allem ein sehr schöner Ausflug mit sehr vielen netten Leuten und vielen neuen „Freundschaften“. Es wurden massig Handynummern ausgetauscht und abschiedsfotos gemacht, die Ihr auch bald noch zu Gesicht bekommen sollt. Leider ist auch hier gerade wieder etwas Stress, weil die anderen auch noch ihre Mail checken wollen. Sie folgen…

Gestern Abend war das aller letzte Konzertder Tour hier in Niamey und es war ein großes Wiedersehen. Nachts landeten wir alle in einer kleinen Bar, tanzend und in bester Laune!
Ich muss wieder los. Ach, der DED hat entschieden, dass die drei Lehmhüttengangster am Freitag in ihre Dörfer aubrechen sollen. Morgen werde ich offiziell im Museum vorgestellt und nächste Woche geht es endlich richtig los! Bis dahin.

WoE-Trip nach Tillabery!

Den Samstag und die Nacht auf Sonntag verbringe ich in Tillabery im Rahmen des „Scène ouverte Rap“. Jara hat bei dem Direktor des CCFN (Franz.-Nigrisches-Kulturzentrum), in dem sie Nachmittags gearbeitet hat, für mich ein gutes Wort eingelegt, sodass ich mit auf diesen WoE-Trip darf. Dabei handelt es sich um ein Konzert der drei Gewinnergruppen eines Rap-Wettbewerbs, dessen Teilnehmer aus ganz Niger kommen. Die Tour begann Anfang August und Endet am 25. in Niamey mit dem Abschlusskonzert. Es handelt sich also um das vorletzte Tourkonzert. Wir fahren Samstag gegen 8 Uhr morgens los, werden drei Stunden im „Mannschaftsbus“ hocken und dann bei den anfallenden Arbeiten helfen… Für die Newcomer-Gruppen ist das die Möglichkeit, ihr gewonnen-finanziertes Album zu präsentieren.

Ich bin gespannt, weil es eine schöne Abwechslung zu werden scheint und ich bestimmt neue Kontakte knüpfen kann!

palais des sport

gestern Abend waren wir im großen Fußballstadion von Niamey. Es fand einen „Liga“Spiel statt. Die Mannschaft des Militärs gegen eine aus Maradine oder so ähnlich. Lustiges Spektakel. (Bilder gibts im Webalbum Niamey). Gute Stimmung, aber kein besonders hohes Nieveau, soweit ich das beurteilen kann.
Lediglich die gleichen Ausfälle wie in Deutschland: ein tretender Torwart. Allerdings scheinen die Schiedsricher hier wohlgesonnener zu sein, er sah nicht mal ne gelbe Karte.

Nach dem Spiel trafen wir einen Englisch sprechenden Jungen. Ein kurzes Gespräch, indem wir anklingen ließen, dass wir gern mal mit den Leuten hier eine Runde zocken wollen, und schwupps waren wir zum Spielen eingeladen: Entweder Samstags morgens um halb sieben, oder am Montag um sieben Uhr abends. Wir entschieden uns natürlich für den Montag. Mal sehen wie das wird! Ich halte Euch natürlich auf dem Laufenden!