Alexanders Weblog
just another wwF-weblogFotos der Pavillon-Eröffnungszeremonie
Mitte letzten Monats wurde die Modernisierung/ der Umbau des Musikpavillons nach ca. 4 monatigen Arbeit und einem langen, kräftezehrenden Endspurt abgeschlossen. Natürlich organisierte die stolze Leitung des Museums eine große Eröffnungszeremonie mit diversen wichtigen Leuten (davon zwei im obigen Bild: der dt. Botschafter und der nigrische Kulturminister).
Ebenfalls zur Festlichkeit waren einige der im Computer-/Touchscreen-Programm des neuen Pavillons vorgeführten nigrischen Musikgruppen geladen, die mit kleinen traditionellen Vorführungen und Tänzen das offizielle Programm auflockerten… Schauts euch an!
„Wiederaufnahme der Blogtätigkeit“
so, ich bin wieder da. „War nie wirklich weg… „ Nur mein Rechner halt und ich als Gewohnheitstier habe wenig Lust jedes Mal mit meinen Bildern, Texten und Programmen auf einen anderen Pc umzuziehen. Jetzt ist er zwar noch immer nicht von der Deutschland-Reperations-Tour zurück (erst gegen Monatsmitte), aber ich konnte Euch einfach nicht noch länger mit diesem Baustellen-Platzhalter abspeisen. Einen wie angedachten Umbau wird es jetzt wohl nicht mehr geben, denn mir bleibt hier im wunderschönen Niamey einfach zu wenig Zeit für derartige Experimente, außerdem stellte sich heraus, dass mein freundlicher Hoster eine dahingehende Personalisierung nicht gerade unterstützt. Demnach Beschränkung auf’s Wesentliche: kurze Infos & eindrucksvolle Fotos!
Für die nächste Woche hat mir eine Freundin, die in den Urlaub gefahren ist, ihren Laptop zur verfügung gestellt, somit kann ich endlich mal wieder entspannt Mails beantworten, Bilder aussuchen/hochladen, skypen und surfen! yeah.
Lieben Dank für das kontinuierliche Nachschauen/Besuchen dieser Seite, Eure Treue und entschuldigt die andauernde Enttäuschung bzgl. fehlenden Neuigkeiten…
Im Museum…
Nach der abgeschlossenen Renovierung/Erweiterung und der anschließenden erfolgreichen, offiziellen Eröffnung des Ausstellungspavillon der traditionellen Musikinstrumente [Fotos folgen!], haben wir (Jara, Manfred und ich) die Fotografie-Fortbildung wieder aufgenommen. Dabei haben wir mit der Reproduktion der bestehenden s/w-Fotografien in den verschiedenen Pavillons begonnen. Im Labor herrschte und überraschender Weise herrscht kontinuierlich Hochbetrieb und man konnte bei den 6 „Schülern“ eine eintretenden Routine bei der Anwendung der analogen Fotografie und der anschließenden s/w-Foto-Entwicklung erkennen. Schönes Gefühl, wenn man merkt, dass die erklärten Schritte nach und nach angewandt werden.
Inzwischen ist Jara zu Hause in Deutschland, sie hat ihr FSJ planmäßig beendet. Somit bin ich nun der einzige Weltwärts’ler im Museum. Auch der „Grand Patron“, Manfred, der in Sachen Fotografie und Pavillonerweiterung alles in Schwung gebracht hat, hat sich gestern aus dem Museumswesen zurückgezogen – auch er fliegt nun Heim. Ab Montag bin ich dann der letzte unseres Teams und werde in Sachen Archivaufbau und digitaler Objektfotografie mit meiner Gruppe auf mich allein gestellt sein… Erstaunlicher Weise sind Adamou, Zeikilou und Fathi motiviert bei der Sache, was mir bei all den Mühen gleich viel mehr Spaß beschehrt. In den kommenden Tagen geht es also um eine gemeinsame Ausarbeitung und Diskussion einer möglichen Archivstruktur und eben der, für den geplanten Katalog unabdingbaren, Objektfotografie…
Unter Freunden – Besuch aus der Heimat!
Im April waren Christopher und Philipp, zwei Freunde aus Gelsenkirchen, für drei Wochen „hier bei mir“ zu Gast. Zusammen haben wir einen Trip an die ghanaische Küste gestartet. Dabei sind wir auf Hin- und Rückweg über Ouagadougou gefahren, von da aus dann zunächst weiter nach Kumasi, wo wir uns das Fußballländerspiel: Ghana-Benin angesehen und dabei drei Studenten aus Accra kennengelernt haben. Mit denen sind wir weiter in Ghanas Hauptstadt, wo wir Francis – einen weiteren Gelsenkirchener, der dort zufälliger Weise zur selben Zeit seine Familie besuchte – besuchten. Dann gings weiter richtung Osten an der Küste entlang, wo wir in verschiedenen Beachressorts und bei anderen Freiwilligen übernachteten. Von Takoradi dann ging es wieder zurück nach Ouagadougou über Kumasi und von da aus wieder zurück in meine momentane Heimat: Niamey. Das ist nur eine gaaaanz kurze Ablaufbeschreibung. Auch das Ereignis ist nun schon wieder ‘nen Monat her… Als Eindrücke müssen einfach für diejenigen, die keine persönlichen Ereignisberichte bekommen können, die Bilder reichen. Fakt ist, es war ein einmaliger, wunderschöner und unvergesslicher Trip zu dritt!
Die dabei entstandenen Bilder findet ihr im Webalbum! Hier oder über’s Foto!
Baustelle

Umbau. Ich werde versuchen in den kommenden Tagen Teile der Struktur zu verändern. U.a. sollen eine eindeutige Themenübersichts-, eine Info- und eine Kontaktseite entstehen, denn in der Zeit, die ich über die Feiertage in Deutschland verbracht habe, musste ich erstaunt feststellen, dass bspw. meine Handynummer viele nicht erreicht hatte.
Der Plan sieht also vor, dass ich nach der Arbeit an den „Workshops“ zur Digital-Archiverstellung im Museum, zu Hause die jeweiligen Seiten aufbaue und nach und nach hochlade. Ich hoffe, dass mich das mometan relativ zuverlässig funktionierende Internet in der Zeit nicht im Stich lässt und dass ich neben Museums-, Lern-, Trikotverteil- (
) und Freizeitaktivitäten, genug Zeit zum zügigen Abschluss finde!
Liebe Grüße, endlich mal wieder aus Afrika (ja, ich bin wohlbehalten angekommen!) und lieben Dank an die Leute zu Hause, für eine wunderschöne, wohl nicht leicht zu vergessene Zeit „zwischen den Jahren“!
Kontakt
aus o.g. Gründen hier schon mal schnell meine telefonischen Kontaktdaten:
Verwendet eine der Vorwahlen von www.billiger-telefonieren.de (gerade eben wurden mir bspw. folgende Nummer ausgeworfen:
01054, 01056, beide ca. 0,07€/Min.), die Landesvorwahl für Niger (00227) und meine Handynummer (97027587)!
Also:
>>> Vorwahl 00227 97027587 <<<
nebenbei: über die Handymodem-Verbindung funktioniert icq nicht mehr zuverlässig (hat da jemand eine Lösung/Idee parat hat?), deshalb nutze ich vermehrt, wenn ich nicht im InternetCáfé bin, den WindowsLiveMessanger (ehem. MSN!?). Ihr findet mich unter meiner web.de Emailadresse. Wer die nicht hat, fragt bitte per Kommentar nach. Danke.
Fête de Tabaski
Es ist inzwischen schon wieder einiges passiert, trotzdem möchte ich zunächst die versprochenen Bilder des angekündigten Tabaski-Spektakels nachreichen.
Die beiden Festtage begannen mit dem „großen Schlachten“ der stolz erstandenen Hammeln, den Moutons. Sobald „zubereitet“, also ausgenommen usw., wurden sie meist auf den Straßen oder in den Höfen gemeinschaftlich am Feuer aufgereiht.
Im Laufe des Tages wurden sie mehrfach mit geschärften Fett bepinselt, gegen Abend dann „vom Feuer“ genommen.
Am nächsten Morgen wurde das getrocknete Fleisch zerkleiner und friteriert, also haltbar gemacht. Daraufhin wurden kleine Portionen abgefüllt und man hat das Fleisch als Geschenk an Familie, Freunde, Nachbarn und Arme verteilt. Unser Fleischvorrat sprengte schnell jegliche Kapazität und so haben meine Mitbewohnerinnen zur Weihnachtszeit versucht mit Plätzchen etwas zurückzugeben!
Soviel zum Nachtrag. Von nun an geht’s weiter im Jahr 2009!
Tabaski

Morgen geht es mal wieder so richtig los: Tabaski, das islamische Hammelfest, steht auf dem Programm - dieses Jahr am 8./9. Dezember! Es baut auf die Bibel/Koran-Geschichte auf, in der Gott den Propheten auf die Probe stellt, indem er ihm befiehlt seinen Sohn zu opfern. Kurz bevor der Junge durch die Hand des Vaters stirbt und Gott nun von dem Glauben seines Propheten überzeugt ist, schreitet er ein. Nun wird der Hammel anstelle des Sohns geopfert.
Dies ist eine große muslimische Feierlichkeit, bei der auch hier im Niger unmengen an Hammeln geschlachtet werden. Wochen vorher wird über Hammel und deren Preise diskutiert und zu der ellenlangen Begrüßungsformel kommt auch „et le moutoun?“ (und der Hammel?) dazu. Die Menchen sind nur noch auf der Suche nach günstigen, kräftigen Moutons und die Verkäufer ziehen mit den Festhauptfiguren durch die Straßen. Selbst aus dem Taxi heraus werden sie gekauft! Der Preis soll dieses Jahr angeblich sher hoch sein. Normal seien 40-50.000 F CFA. Problemlos konnte man aber auch am letzten WoE vor dem großen Fest Hammeln für bis zu 150.000 F CFA erstehen (Umgerechnet also ca. 60-200€). Da die Familienväter oftmals ihre ganze Familie mit Tieren versorgen muss, wird sich, obwohl es als Sünde gilt, großartig verchuldet… Tasbaski hat für die Muslime die Wichtigkeit wie für Christen Weihnachten!
Neben den ganzen Buschtaxen, auf deren Dächern die blökenden Viehcher geschnallt sind, haben sich heute auch noch zum Stadtbild die Hölzer gesellt. Sie wurden wie alles andere auch an den Kreuzungen verkauft, mannshohe rundgearbeitete Äste, mit deren Hilfe Morgen früh, nach der Schlachtung, die Tiere aufgeknüpft zum Räuchern bzw. Ausbluten aufgehängt bzw. gekreuzigt“ werden sollen. Morgens wird also getötet, aufgeknüpft/aufgehangen, geräuchert und gegen Nachmittag werden die ersten Einladungen zum „Moutonessen“ wahrgenommen. Am Tag darauf wird dann ebenfalls nur gefeiert und gegessen. Bei uns Weltwärts’lern sind auch schon diverse Einladungen eingegangen. Bei Jara und mir kollidiert das ein wenig mit den Museumsplänen, die wie zum Ramadanende, wieder eine 3-tägige Fete veranstalten. Wir sollen Arbeiten. ^^ Naja, ich werde versuchen, mich möglichst schnell wieder absetzen zu können, um auch noch was vom nigrischen Tasbaski und der Einladung haben zukönnen. Ich denke, in den kommenden Tage, kann ich Euch mit dem ein oder anderen Foto versorgen… In diesem Sinne also: Bonne fête!
Was sich hier sonst noch alles tut…
„Niger wegen Sklaverei verurteilt
Verkauft für 350 Euro
Von Marc Dugge, ARD-Hörfunkstudio Rabat„ <— LINK zum ges. Artikel!
danke Manuel.
Momentaner Alltag: Formation de Photographie!
Der sieht so aus, dass wir gerade, während das Museum die Rohbauarbeiten für eine geräumige Dunkelkammer durchführt, sechs Museumsmitarbeiter in Sachen Photographie unterrichten. J
Dazu wurde der Büro- und ehemalige Aufenthaltsraum des service éducatif ausgemistet, damit wir uns dort bürotechnisch und mit Equipment einnisten konnten.
Pinnwände, Schreibtische, PC, Drucker und Scanner geben dem ganzen sogar ein ziemlich „unafrikanisches“ Ambiente.
Dreimal die Woche findet dort nun die „Formation de Photographie“ für sechs von der Direktion großartig ausgewählte Mitarbeiter statt. Jung und alt, so viele, weil bekannter Weise im Museum sich personaltechnisch jederzeit etwas ändern kann…
Die ganze Sache ist an sich sehr interessant, weil ich selbst auch vieles Lerne, aber auch weil wir so eng mit den Nigrern zusammen arbeiten, die wirklich pfiffig sind und mit ihren Ideen und Scherzen teilweise echt überraschen. So kommt es endlich zum wunderbaren kulturellen Austausch. ^^
Nächste Woche soll es dann nach vielen Trockenübungen, des „Films in die Spirale einlegen“ zur tatsächlichen Entwicklung in die Dunkelkammer gehen. D.h. „In sha allah“, wenn sie denn dann fertig ist…

